Wolfsburg ist eine Stadt, in der an einem normalen Werktag mehr Sprachen gesprochen werden als in manchem Bundesland. Für Betriebe heißt das eine nahe liegende Frage: Lohnt sich eine zweite Sprachfassung der eigenen Website — und wenn ja, welche? Dieser Ratgeber beantwortet sie ohne Pauschalversprechen.

Die Frage vor der Frage: Wer ruft bei Ihnen an?

Bevor irgendjemand über Sprachversionen nachdenkt, lohnt ein Blick auf die eigene Praxis. Rufen Menschen an, mit denen das Gespräch auf Deutsch mühsam wird? Bringen Kunden regelmäßig jemanden zum Übersetzen mit? Kommen Anfragen über Empfehlungen aus einer bestimmten Gemeinschaft? Wenn nichts davon zutrifft, ist eine zweite Sprache hübsch, aber kein Umsatztreiber.

Wenn doch, dann ist die zweite Sprache selten eine Frage der Höflichkeit, sondern eine des Auftrags: Menschen kaufen Dienstleistungen, die Vertrauen verlangen, sehr viel lieber in der Sprache, in der sie sicher nachfragen können.

Welche Sprache zuerst?

Die richtige Reihenfolge ergibt sich aus Ihrer Kundschaft, nicht aus einer Statistik. Praktisch bewährt hat sich diese Rangfolge:

  • Deutsch bleibt in jedem Fall die Hauptsprache. Sie trägt die Auffindbarkeit vor Ort.
  • Englisch ist die sichere zweite Wahl für Betriebe mit beruflich zugezogener Kundschaft — und die Sprache, in der Menschen suchen, deren Muttersprache Sie gar nicht anbieten.
  • Eine dritte Sprache nur dann, wenn Sie sie selbst sprechen oder jemand im Betrieb sie spricht. Eine Seite auf Türkisch, Polnisch oder Italienisch, bei der dann niemand ans Telefon geht, erzeugt genau die Enttäuschung, die sie vermeiden sollte.

Das ist die wichtigste Regel und die, gegen die am häufigsten verstoßen wird: Übersetzen Sie nur, was Sie auch bedienen können.

Was technisch dazugehört

Eigene Adressen statt Umschalter

Jede Sprachfassung braucht eine eigene, dauerhafte URL. Eine Seite, die ihren Text per Klick austauscht, ohne dass sich die Adresse ändert, existiert für eine Suchmaschine nur einmal — und zwar in der Sprache, die zuerst geladen wird.

hreflang

Die Sprachfassungen müssen sich gegenseitig kennen. Fehlt diese Verknüpfung, konkurrieren zwei Übersetzungen derselben Seite miteinander, statt sich zu ergänzen. Dazu gehört eine Standardsprache für alle Fälle, die keiner Fassung eindeutig zuzuordnen sind.

Keine automatische Weiterleitung

Besucher anhand ihres Standorts oder ihrer Browsersprache ungefragt umzuleiten, führt verlässlich zu Ärger: Der deutschsprachige Nutzer im Urlaub landet auf Englisch, und Suchmaschinen sehen nur eine Fassung. Ein sichtbarer Umschalter, der die Wahl respektiert, ist die bessere Lösung.

Übersetzte Adressen und Texte, nicht nur Inhalte

Ein Menüpunkt auf Englisch, der auf eine deutsche Unterseite führt, ist schlechter als kein Englisch. Zu einer Sprachfassung gehören auch Formularbeschriftungen, Fehlermeldungen, Datumsformate und die Bestätigungsmail.

Was es kostet — in Aufwand gedacht

Der technische Teil ist der kleinere. Die eigentliche Arbeit ist die Pflege: Jede neue Leistung, jeder geänderte Preis, jeder neue Ratgeberbeitrag existiert ab sofort doppelt. Wer das nicht einplant, hat nach einem Jahr eine aktuelle deutsche und eine veraltete zweite Seite — und die veraltete ist die, die den neuen Kunden empfängt.

Deshalb ist die ehrlichste Empfehlung oft die kleinste: eine vollständige, gepflegte zweite Sprache für die Seiten, die zur Anfrage führen — Startseite, Leistungen, Kontakt — statt einer halben Übersetzung von allem. Was eine Website insgesamt an Aufwand bedeutet, haben wir unter Was kostet eine Website? aufgeschrieben.

Maschinelle Übersetzung: ja, aber

Maschinelle Übersetzung ist heute gut genug, um eine Grundlage zu liefern, und nicht gut genug, um ohne Korrektur online zu gehen. Sie scheitert zuverlässig an Fachbegriffen, an Anreden und an allem, was rechtlich präzise sein muss — Widerrufsbelehrung, Datenschutzhinweise, Leistungsbeschreibungen. Wer den Rohtext maschinell erzeugt und von einem Menschen durchsehen lässt, spart echte Zeit. Wer ihn ungeprüft veröffentlicht, spart an der falschen Stelle.

Häufige Fragen

Schadet eine zweite Sprache meinem deutschen Ranking?

Nein, solange die Fassungen sauber getrennt und korrekt verknüpft sind. Schaden entsteht dort, wo beide Sprachen unter derselben Adresse liegen oder sich die Verknüpfung widerspricht.

Reicht es, nur die Startseite zu übersetzen?

Als Einstieg ja — wenn von dort aus kein Weg ins Leere führt. Eine englische Startseite, deren Buttons auf deutsche Unterseiten zeigen, wirkt unfertig. Besser sind wenige, vollständige Seiten.

Was ist mit dem Impressum?

Die Pflichtangaben müssen in jeder Sprachfassung leicht erreichbar sein. Inhaltlich bleiben sie dieselben; der Weg dorthin muss auch aus der zweiten Sprache heraus offensichtlich sein.

Brauche ich dafür eine neue Website?

Nicht zwangsläufig. Ob eine bestehende Seite sauber mehrsprachig werden kann, hängt vor allem daran, wie ihre Inhalte gepflegt werden. Einen ersten Eindruck, wie wir Projekte aufbauen, gibt unsere Seite zu Webdesign in Wolfsburg; für Betriebe im Umland gilt das Gleiche, siehe Wolfsburger Stadtteile.

Kurz gefasst

Eine zweite Sprache lohnt sich, wenn sie einer echten Kundschaft entspricht und wenn jemand sie beantworten kann. Dann gehört sie technisch sauber aufgesetzt: eigene Adressen, korrekte Verknüpfung, kein Zwangsumleiten, vollständige Seiten statt halber Übersetzungen. Und lieber eine Sprache gut als drei halb.