Die Polizei hat in Wolfsburg 2025 insgesamt 155 Wohnungseinbrüche registriert, Versuche eingerechnet. Je Einwohner ist das mehr als im Durchschnitt Niedersachsens und der höchste Wert im Bereich der Polizeidirektion Braunschweig. Dieser Ratgeber zeigt, wann und wie Einbrecher ins Haus kommen und was Polizei, Technik und Förderung dagegen bieten.
Einbrüche in Wolfsburg: die Zahlen für 2025
Die Zahlen stammen aus der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) 2025, die das Bundeskriminalamt für jede kreisfreie Stadt veröffentlicht. Für Wolfsburg weist sie 155 Wohnungseinbrüche aus, nach 127 im Jahr 2024. Auf 100.000 Einwohner kamen 119,6 Fälle, in Niedersachsen 99,8 und im Bund 99,2. Die Stadt Braunschweig kam auf 105,2, die Landkreise Gifhorn und Helmstedt auf 72,8 und 72,0.
- 63 Taten blieben im Versuch stecken, das sind 41 Prozent. Die Polizei sieht im hohen Versuchsanteil einen Beleg dafür, dass Sicherungstechnik und richtiges Verhalten wirken.
- 55 Taten zählt die PKS als Tageswohnungseinbruch. Bundesweit fiel gut jeder dritte Fall in diese Gruppe.
- 23 Fälle wurden aufgeklärt, also nur etwa jeder siebte.
Die Polizeidirektion Braunschweig meldete für 2025 in ihrem gesamten Bereich 1.003 Wohnungseinbrüche, 14,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Niedersachsen zählte 7.985 Fälle, ein Plus von 10,9 Prozent.
Wann und wie Einbrecher ins Haus kommen
Die meisten Einbrüche verüben nach Angaben der Polizei keine Profis, sondern Gelegenheitstäter mit einfachem Hebelwerkzeug. Sie kommen meist über leicht erreichbare Fenster, Wohnungs- und Fenstertüren. Übliche Fenster hebeln sie mit einfachem Werkzeug auf, viele Außentüren geben schon bei körperlicher Gewalt nach, und ein gekipptes Fenster gilt der Polizei als offenes Fenster.
Eingebrochen wird häufig dann, wenn niemand zu Hause ist: während der Schul-, Arbeits- und Einkaufszeit, aber auch am frühen Abend und am Wochenende. Die Polizei vermutet sogar mehr Tageseinbrüche, als die Statistik zeigt, weil sich die Tatzeit etwa nach einem Urlaub meist nicht feststellen lässt. Rollläden gehören deshalb nachts herunter und tagsüber nicht, sonst verraten sie Ihre Abwesenheit.
Kostenlose Beratung der Polizei in Wolfsburg
Vor jeder Anschaffung lohnt das Gespräch mit dem Präventionsteam der Polizeiinspektion Wolfsburg-Helmstedt. Die kriminalpolizeiliche Beratungsstelle berät neutral und kostenlos darüber, wie Täter vorgehen, wo Haus oder Wohnung Schwachstellen haben und welche Sicherungstechnik sinnvoll ist. Auch vor dem Kauf einer Alarm- oder Videoanlage rät die Polizei zu diesem Gespräch. Außerdem informieren Polizei und Partner jedes Jahr zur Zeitumstellung im Herbst beim bundesweiten Tag des Einbruchschutzes, 2026 am 25. Oktober.
Das Netzwerk „Zuhause sicher“ und die Präventionsplakette
Die Polizeiinspektion Wolfsburg-Helmstedt trat im Februar 2020 gemeinsam mit Handwerksbetrieben aus der Region dem Netzwerk „Zuhause sicher“ bei, das sie bis heute als Partner führt. Im August 2021 übergab die Polizei die hundertste Präventionsplakette an eine Familie in Vorsfelde. Der Weg dorthin führt über die Beratung durch die Polizei und den Einbau durch einen Fachbetrieb. Voraussetzungen sind nach Angaben des Netzwerks: alle gefährdeten Fenster, Türen und sonstigen Öffnungen mit geprüfter mechanischer Sicherungstechnik gesichert, Rauchmelder nach Bauordnung, ein Telefon am Bett und eine gut sichtbare Hausnummer. Kaufen lässt sich die Plakette nicht. Die Versicherer im Netzwerk gewähren Inhabern einen Nachlass auf die Hausratversicherung.
Zuerst Türen und Fenster: mechanischer Schutz nach RC 2
Die Polizei setzt die mechanische Sicherung aller Fenster und Türen an die erste Stelle. Bei Neubau und Umbau empfiehlt sie zertifizierte einbruchhemmende Türen und Fenster nach DIN EN 1627 ab Widerstandsklasse RC 2. Geprüft ist dabei die ganze Konstruktion, bei einer Tür also Türblatt, Zarge, Schloss und Beschlag. Lassen Sie sich den Einbau mit einer Montagebescheinigung bestätigen.
Vorhandene Türen und Fenster lassen sich nachrüsten, wenn die Grundkonstruktion stabil ist, und zwar mit Produkten nach DIN 18104, Teil 1 zum Aufschrauben oder Teil 2 im Falz. Ein abschließbarer Fenstergriff allein schützt nicht gegen Aufhebeln; gesichert wird mindestens an Griff- und Bandseite. Von der Polizei anerkannte Fachbetriebe für Mechanik, Alarm- und Videoanlagen finden Sie auf k-einbruch.de über die Postleitzahl. Prüfen Sie bei einem Rundgang ums Haus:
- die Haustür mit Schließzylinder, Schutzbeschlag, Schließblech und Bändern,
- Neben- und Kellertüren, die so widerstandsfähig sein sollten wie die Haustür,
- Fenster und Fenstertüren im Erdgeschoss,
- Fenster, die über einen Balkon oder ein Vordach erreichbar sind,
- Kellerfenster und Lichtschächte.
Alarmanlage: was sie leistet und was nicht
Eine Einbruchmeldeanlage verhindert keinen Einbruch, sie meldet ihn und erhöht so das Entdeckungsrisiko für den Täter. Drei Punkte entscheiden über ihren Wert:
- Außenhaut oder Innenraum: Kontakte an Fenstern und Türen melden, bevor jemand im Haus ist; diese Außenhautüberwachung lässt sich auch nachts scharf schalten, während Sie zu Hause sind. Bewegungsmelder schlagen erst an, wenn der Täter drin ist.
- Sirene oder Fernalarm: Die Sirene soll den Täter vertreiben. Der Fernalarm geht an eine ständig besetzte Notruf- und Serviceleitstelle, die Prüfung und Hilfe einleitet.
- Der richtige Grad: Für Wohnungen und kleinere Häuser reicht nach der Polizei Grad 2 nach DIN EN 50131. Grad 1 liegt unter ihren Anforderungen.
Falschalarme entstehen meist durch schlechte Planung oder Montage und kosten die Anlage ihre Glaubwürdigkeit. Smart-Home-Sets hält die Polizei nicht für zuverlässige Meldesysteme; für den Einbruchschutz empfiehlt sie eine Alarmanlage mit Smart-Home-Funktion.
Videoüberwachung: Abschreckung, Beweis, Alarm
Videoüberwachung allein verhindert nach der Polizei keinen Einbruch, sie ergänzt den mechanischen Schutz. Was eine Kamera leistet, hängt von der Aufgabe ab:
- Abschreckung: Zusammen mit einer Alarmmeldung schreckt sie viele Täter ab, weil das Entdeckungsrisiko steigt. Ob eine Kamera allein abschreckt, ist nicht geklärt; Attrappen erkennen erfahrene Täter schnell.
- Beweis: Geeignete Bilder können die Aufklärung erleichtern und der Polizei Ansätze für die Fahndung liefern.
- Alarm: Eine Nachricht aufs Handy bei Bewegung ist ein Informationssystem und ersetzt keine Einbruchmeldeanlage.
Die Polizei rät zu einer schriftlichen Leistungsbeschreibung mit Zweck und Anforderungen und hält eine Besichtigung vor Ort für unumgänglich. Einfache, selbst installierte Technik erfüllt nach ihren Angaben meist nicht die Erwartungen. Die Aufnahmen müssen zudem den Einbruch überstehen, der Rekorder gehört also nicht dorthin, wo ein Täter zuerst hinkommt. Wie das ohne Cloud geht, zeigt unser Ratgeber zur IP-Kamera ohne Cloud. Was eine Kamera am Haus zeigen darf, erklärt der Beitrag Überwachungskamera und Nachbar; wann ein Schild nötig ist, steht im Beitrag zum Hinweisschild zur Videoüberwachung.
Förderung: was die KfW heute anbietet
Stand Oktober 2026 fördert die KfW Einbruchschutz laut ihrer Übersichtsseite mit einem zinsgünstigen Kredit aus dem Programm „Altersgerecht Umbauen“ (Kredit 159). Einen KfW-Zuschuss für Einbruchschutz führt die Seite nicht auf; die Adresse des früheren Zuschussprogramms leitet auf diese Übersicht weiter. Gefördert werden unter anderem einbruchhemmende Türen, Nachrüstsysteme für Türen und Fenster, Gitter, Rollläden, Lichtschachtabdeckungen und Alarmanlagen. Beantragen können Eigentümer und Mieter jeden Alters, über ihre Bank und vor dem Vertrag mit dem Handwerker. Die Arbeiten muss ein Fachunternehmen ausführen, und die Förderung steht unter dem Vorbehalt verfügbarer Haushaltsmittel. Neue einbruchhemmende Fenster fördern KfW und BAFA nur als energetische Maßnahme.
Ein eigenes Programm für Einbruchschutz nennen weder die Stadt Wolfsburg auf ihrer Seite zur Wohnraumförderung noch die NBank in ihren aktuellen Produktinformationen zur Wohneigentumsförderung. Steuerlich hilft § 35a Abs. 3 EStG, auf den auch das Netzwerk „Zuhause sicher“ hinweist: Für Handwerkerleistungen im eigenen Haushalt sinkt die Einkommensteuer um 20 Prozent der Arbeitskosten, bis zu einem jährlichen Höchstbetrag. Nötig sind eine Rechnung und die Überweisung auf das Konto des Betriebs. Wer für dieselbe Maßnahme ein zinsverbilligtes Förderdarlehen oder einen steuerfreien Zuschuss nutzt, bekommt diesen Bonus nicht; rechnen Sie also vorher.
Was Mieter tun dürfen
In Wolfsburg sind die meisten bewohnten Wohnungen Mietwohnungen: Der Zensus 2022 zählte 37.655 vermietete oder mietfrei überlassene und 26.613 vom Eigentümer bewohnte Wohnungen. Nach § 554 Abs. 1 BGB können Mieter verlangen, dass der Vermieter bauliche Veränderungen zum Einbruchsschutz erlaubt, etwa ein Zusatzschloss an der Wohnungstür. Ausgeschlossen ist das nur, wenn die Veränderung dem Vermieter auch unter Würdigung der Mieterinteressen nicht zuzumuten ist. Mieter können sich dafür zu einer zusätzlichen Sicherheit verpflichten, abweichende Vereinbarungen zu ihrem Nachteil sind unwirksam. Fragen Sie also vor dem Bohren und lassen Sie sich die Erlaubnis schriftlich geben. Den KfW-Kredit und den Steuerbonus können auch Mieter nutzen. Wohnungseigentümer können nach § 20 Abs. 2 Nr. 3 WEG angemessene bauliche Veränderungen zum Einbruchsschutz verlangen.
Ohne Umbau hilft Ihr Verhalten: die Wohnungstür immer zweifach abschließen, keinen Schlüssel draußen verstecken, nach einem Schlüsselverlust den Zylinder tauschen, im Mehrfamilienhaus Haus- und Kellertüren geschlossen halten und die Abwesenheit nicht in sozialen Netzwerken ankündigen.
Bemuar Technology in Wolfsburg plant und installiert Kameraanlagen als Ergänzung zu gesicherten Türen und Fenstern, mit Aufzeichnung im Haus statt in der Cloud und Fernzugriff per VPN. Mehr dazu auf der Seite Videoüberwachung in Wolfsburg.
Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechtsberatung.
Häufige Fragen
Ist die Einbruchschutzberatung der Polizei in Wolfsburg kostenlos?
Ja. Die kriminalpolizeiliche Beratungsstelle der Polizeiinspektion Wolfsburg-Helmstedt berät neutral und kostenlos. Die Kontaktdaten des Präventionsteams stehen auf der Seite der Polizeidirektion Braunschweig.
Gibt es noch einen KfW-Zuschuss für Einbruchschutz?
Auf ihrer Seite zum Einbruchschutz nennt die KfW derzeit den Kredit 159, aber keinen KfW-Zuschuss. Prüfen Sie den Stand vor dem Antrag, denn die Förderung hängt an verfügbaren Haushaltsmitteln.
Reicht eine Überwachungskamera als Einbruchschutz?
Nein. Videoüberwachung allein verhindert nach der Polizei keinen Einbruch. Sie ergänzt gesicherte Türen und Fenster, schreckt vor allem zusammen mit einer Alarmmeldung ab und kann Bilder für die Ermittlungen liefern.
Quellen
- BKA: PKS 2025, Tabelle 01, Fälle und Häufigkeitszahlen nach Kreisen (xlsx)
- BKA: PKS 2024, Tabelle 01, Fälle und Häufigkeitszahlen nach Kreisen (xlsx)
- BKA: PKS 2025, Tabelle 01, Fälle und Häufigkeitszahlen nach Ländern (xlsx)
- Polizeidirektion Braunschweig: Pressemitteilung zur PKS 2025 vom 17.03.2026
- Landespolizeipräsidium Niedersachsen: Polizeiliche Kriminalstatistik Niedersachsen 2025
- Polizeidirektion Braunschweig: Präventionsteam der Polizeiinspektion Wolfsburg-Helmstedt
- LKA Niedersachsen: Technische Prävention, Errichterlisten
- Polizei Wolfsburg: 100. Präventionsplakette übergeben (05.08.2021)
- Netzwerk Zuhause sicher: Partner Polizei Wolfsburg-Helmstedt
- Netzwerk Zuhause sicher: Voraussetzungen der Präventionsplakette
- Polizeiliche Kriminalprävention: Einbruch
- Polizeiliche Kriminalprävention: Technische Sicherheit
- Polizeiliche Kriminalprävention: Broschüre Sicher wohnen (Stand 07/2024)
- Polizeiliche Kriminalprävention: Tag des Einbruchschutzes 2026
- K-EINBRUCH: Fenster, Balkon- und Terrassentür
- K-EINBRUCH: Haus- und Wohnungstüren
- K-EINBRUCH: Überfall- und Einbruchmeldeanlagen
- K-EINBRUCH: Einbruchschutz mit Smart-Home-Lösungen
- K-EINBRUCH: Häufige Fragen
- K-EINBRUCH: Fachbetriebssuche
- KfW: Einbruchschutz
- KfW: Altersgerecht Umbauen, Kredit 159
- Stadt Wolfsburg: Wohnraumförderung
- NBank: Produktinformation Modernisierung von selbstgenutztem Wohneigentum (Stand 10.07.2026)
- Landesamt für Statistik Niedersachsen: Zensus 2022, Regionaltabelle Gebäude und Wohnungen
- § 35a EStG
- § 554 BGB
- § 20 WEG