Die Polizei hat 2025 im Landkreis Gifhorn 128 Wohnungseinbrüche registriert, genauso viele wie im Jahr davor und weit weniger als im Spitzenjahr 2018 mit 357 Fällen. Zugleich prägen freistehende Häuser den Landkreis: Knapp zwei Drittel aller Gebäude mit Wohnraum sind dort freistehende Einfamilienhäuser. Dieser Ratgeber zeigt, was beides für eine Überwachungskamera in Gifhorn bedeutet und was Behörden und Privatleute filmen dürfen. Preisspannen und Technikempfehlungen stehen auf unserer Seite zur Videoüberwachung in Wolfsburg.

Was die Polizeistatistik 2025 für den Landkreis zeigt

Die Polizeiinspektion Gifhorn hat ihre Kriminalstatistik für 2025 im März 2026 veröffentlicht. Sie zählt 7.823 Straftaten im Landkreis, auf 100.000 Einwohner gerechnet 4.446. Im Landesdurchschnitt sind es 6.329, und die Inspektion rechnet den Landkreis weiterhin zu den sichersten in Niedersachsen. Für Haus und Geschäft sind diese Werte wichtig:

  • Wohnungseinbrüche: 128 Fälle, 43 davon erfasst die Statistik als Tageswohnungseinbruch.
  • Versuche: Bei 48 Taten, also 37,5 Prozent, blieb es beim Versuch.
  • Tatorte: Am stärksten betroffen waren die Stadt Gifhorn mit 29 Fällen und die Samtgemeinde Papenteich mit 23.
  • Fahrzeuge: 25 schwere Kfz-Diebstähle nach 46 im Vorjahr. Die Region Braunschweig bleibt laut Bericht ein Brennpunkt für Autodiebstähle, vor allem bei hochwertigen Fahrzeugen.
  • Läden: 474 Ladendiebstähle nach 412 im Vorjahr, also gut 15 Prozent mehr.

Die Statistik enthält nur Taten, die der Polizei bekannt geworden sind. Sie zeigt aber, dass in der Stadt wie in den Samtgemeinden eingebrochen wird und ein Drittel der Fälle tagsüber geschieht. Am Wohnhaus sollte die Kamera deshalb auch aufzeichnen, wenn tagsüber niemand zu Hause ist.

Welche Häuser im Landkreis stehen: Zahlen aus dem Zensus 2022

Die Gebäude- und Wohnungszählung des Zensus 2022 (Stichtag 15. Mai 2022) zeigt, wie stark Gifhorn und der Landkreis vom freistehenden Einfamilienhaus geprägt sind:

GebietGebäude mit Wohnraumdavon freistehende Einfamilienhäuser
Stadt Gifhorn12.1176.698 (55,3 Prozent)
Landkreis Gifhorn59.36137.985 (64,0 Prozent)
Niedersachsen2.366.1851.294.254 (54,7 Prozent)
Deutschland19.957.2688.665.544 (43,4 Prozent)

Zwei weitere Werte sind für die Planung wichtig. Fast jedes fünfte Gebäude mit Wohnraum im Landkreis wurde 2001 oder später gebaut (18,7 Prozent, in der Stadt 14,7 Prozent). Und 8,0 Prozent stammen aus der Zeit vor 1919, in der Stadt sind es 3,4 Prozent.

Was typische Grundstücke im Landkreis brauchen

Das freistehende Einfamilienhaus

Ein freistehendes Haus ist von allen Seiten erreichbar. Die Polizei warnt, dass zu dichter Bewuchs Einbrechern Sichtschutz gibt, und hält Licht mit Bewegungsmelder allein kaum noch für abschreckend. Für Kameras ergeben sich daraus drei Positionen:

  • Rückseite mit Terrassentür und Garten. Was man von der Straße aus nicht sieht, soll hier die Kamera zeigen, auch nachts. Worauf es dabei ankommt, erklärt der Ratgeber zur Nachtsicht bei IP-Kameras.
  • Haustür und Einfahrt. Das Bild zeigt Besucher und das Auto auf dem eigenen Grundstück und endet an der Grundstücksgrenze.
  • Garage, Carport und Nebeneingang. Die Polizei weist darauf hin, dass in der Garage oft Fahrräder, Werkzeug und Gartengeräte lagern und manchmal eine Tür direkt ins Haus führt.

Neubau: Kameras gleich mitplanen

Die Polizeidirektion Braunschweig empfiehlt Bauherren, eine Alarm- oder Videoanlage schon in der Bauphase zu projektieren, damit Kabel unter Putz oder im Fußboden verschwinden. Das erleichtert den späteren Einbau und spart Kosten. Lassen Sie für jede geplante Kamera ein Netzwerkkabel bis zu dem Raum verlegen, in dem Router und Rekorder stehen sollen, auch wenn die Kamera erst später kommt. Ob Kabel oder Funk besser passt, vergleicht der Ratgeber PoE oder WLAN-Kamera.

Ältere Häuser und Nebengebäude

Bei den 4.756 Gebäuden mit Wohnraum im Landkreis, die vor 1919 entstanden sind, zeigt erst die Besichtigung, wo sich Kabel sauber führen lassen. Liegen Scheune, Garage oder Werkstatt ein Stück vom Haus entfernt, wird die Kabelstrecke zur eigentlichen Planungsfrage. Wie weit ein Netzwerkkabel reicht und wann Funk besser ist, steht im selben Ratgeber.

Laden und Lager

Im Geschäft greift die DSGVO, sobald Menschen erkennbar im Bild sind. Grundlage ist dann meist ein berechtigtes Interesse des Inhabers nach Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO. Die Datenschutzkonferenz (DSK) hält Kameras im Verkaufsraum für möglich, wenn sie sich auf das Nötige beschränken, etwa auf Auslagen und Regale mit besonders teurer Ware. Zum Schutz vor Einbrüchen reicht nach der DSK eine Überwachung nachts oder außerhalb der Öffnungszeiten, und Lagerräume dürfen zur Verhinderung und Aufklärung von Diebstählen außerhalb der Betriebszeiten überwacht werden. Was das für Schild und Beschäftigte bedeutet, erklären die Ratgeber zur Überwachungskamera im Einzelhandel, zum Hinweisschild und zur Videoüberwachung am Arbeitsplatz.

Bahnhof, Kreuzung, Gehweg: was Behörden dürfen und Privatleute nicht

Im Februar 2022 forderte die Mehrheitsgruppe aus CDU und SPD im Gifhorner Stadtrat eine Videoüberwachung für den Platz vor dem Bahnhof. Laut einem Bericht von regionalHeute vom 14. September 2022 erhielt das Vorhaben keine Genehmigung der Polizei.

Für Behörden gelten eigene Gesetze. Videoüberwachung zur Gefahrenabwehr regelt in Niedersachsen § 32 des Niedersächsischen Polizei- und Ordnungsbehördengesetzes (NPOG). Nach Absatz 3 dürfen Verwaltungsbehörden und Polizei öffentliche Straßen und Plätze offen per Bildübertragung beobachten, etwa wenn es dort immer wieder zu Straftaten oder nicht geringfügigen Ordnungswidrigkeiten gekommen ist und die Beobachtung nötig ist, um weitere zu verhüten. Die Beobachtung muss erkennbar sein, aufzeichnen darf nur die Polizei unter zusätzlichen Voraussetzungen, und gelöscht wird spätestens nach sechs Wochen, sofern die Aufnahmen nicht für ein Strafverfahren nötig sind. Für Kameras öffentlicher Stellen zum Schutz von Personen und Sachen oder für das Hausrecht nennt der Landesbeauftragte für den Datenschutz Niedersachsen (LfD) § 14 des Niedersächsischen Datenschutzgesetzes.

Die Polizeidirektion Braunschweig betreibt nach eigener Übersicht 23 Kamerastandorte, alle in Braunschweig, Wolfsburg und Goslar. Wo die Polizei aufzeichnet, überschreibt das System die Bilder nach fünf Tagen automatisch. Gifhorn steht nicht auf der Liste. Die Kameras, die die Stadt Gifhorn im März 2024 mit einem Ingenieurunternehmen an einer stark befahrenen Kreuzung aufgestellt hat, dienen einer Verkehrszählung und erfassen nach Angaben der Stadt keine Personendaten.

Für Privatleute und Betriebe gilt nichts davon. Die DSK formuliert es deutlich: In Wohngebieten dürfen Privatpersonen den öffentlichen Raum nicht überwachen, die Beobachtungsbefugnis endet an der eigenen Grundstücksgrenze. Erfasst die Kamera den Gehweg oder sollen die Aufnahmen als Beweis dienen, gilt nach dem LfD die DSGVO. Der LfD empfiehlt dann, Aufnahmen grundsätzlich nach 48 Stunden zu löschen, also nach weniger als der Hälfte der Zeit, die die Polizei an ihren Standorten speichert. Einzelheiten stehen in den Ratgebern zu Kamera und Nachbarn, zur Speicherdauer und zur DSGVO-konformen Videoüberwachung im Unternehmen.

Kostenlose Beratung bei der Polizei in Gifhorn

Bevor Sie Kameras planen, lohnt ein Gespräch mit der Beratungsstelle der Polizeiinspektion Gifhorn. Die Ansprechperson für Kriminalprävention steht auf der Seite der Gifhorner Beratungsstelle im Internetauftritt der Polizeidirektion Braunschweig. Nach deren Angaben beraten erfahrene Beamte dort neutral und kostenlos.

Die Polizei setzt eine klare Reihenfolge. Zuerst kommen Schlösser, Türen und Fenster. Eine Alarmanlage ergänzt diese mechanische Sicherung nur, denn sie schlägt bei einem Einbruchsversuch an, kann ihn aber nicht aufhalten. Für Türen und Fenster empfiehlt die Polizei geprüfte Elemente ab der Widerstandsklasse RC 2N nach DIN EN 1627. Eine Kamera ändert an dieser Reihenfolge nichts. Sie zeigt Ihnen, was am Haus passiert, und sichert Bilder für die Polizei.

Kamera installieren lassen in Gifhorn: Besichtigung und Montage

Bemuar Technology aus Wolfsburg installiert Kameras in Wolfsburg und den umliegenden Orten; die Stadtzentren von Wolfsburg und Gifhorn liegen knapp 18 Kilometer Luftlinie auseinander. Zuerst wird Ihr Grundstück kostenlos besichtigt, danach bekommen Sie einen Festpreis, und montiert wird in der Regel an einem Arbeitstag. Die Aufzeichnung bleibt vor Ort, ohne Cloud-Abo; von unterwegs erreichen Sie das Livebild über einen VPN-Zugang. Einzelheiten zum Ablauf beschreibt die Seite zum Kamera-Service.

Für die Besichtigung hilft es, wenn Sie Folgendes bereitlegen:

  • Lageplan mit Grundstücksgrenze. An dieser Grenze muss jedes Kamerabild enden. Wer keinen Plan hat, bekommt beim Katasteramt Gifhorn gegen Gebühr einen Auszug aus der Liegenschaftskarte.
  • Router und Hausanschluss. Von dort aus werden die Kabelwege geplant.
  • Öffnungszeiten und Arbeitsplätze. Im Geschäft bestimmen sie, wann aufgezeichnet wird und was ausgeblendet werden muss.

Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechtsberatung.

Häufige Fragen

Gibt es in Gifhorn Videoüberwachung durch die Polizei?

Nach der Übersicht der Polizeidirektion Braunschweig nicht, ihre 23 Kamerastandorte liegen in Braunschweig, Wolfsburg und Goslar. Die 2022 von der Ratsmehrheit geforderten Kameras am Bahnhof erhielten laut regionalHeute keine Genehmigung der Polizei.

Berät die Polizei in Gifhorn kostenlos zum Einbruchschutz?

Ja. Zuständig ist die Beratungsstelle der Polizeiinspektion Gifhorn mit dem Bereich Kriminalprävention, die Telefonnummer steht auf der Website der Polizeidirektion Braunschweig. Die Beratung kostet nichts und ist neutral.

Darf ich die Straße filmen, wenn dort Autos aufgebrochen werden?

Nein. Auch wenn die Region Braunschweig laut Polizei ein Brennpunkt für Autodiebstähle ist, rechtfertigt nach der DSK selbst ein konkretes Interesse regelmäßig keine Überwachung von Straßen, Gehwegen oder Parkplätzen. Steht das Auto auf dem eigenen Grundstück, darf die Kamera es zeigen. Lässt sich ein Stück Straße nicht vermeiden, wird es in der Kamera irreversibel geschwärzt oder verpixelt.

Lohnt sich eine Kamera, wenn im Landkreis vergleichsweise wenig eingebrochen wird?

Das hängt vom Grundstück ab. Der Landkreis liegt bei den Straftaten je Einwohner deutlich unter dem Landesdurchschnitt, und die Wohnungseinbrüche sind seit 2018 stark zurückgegangen. 2025 waren es trotzdem 128, ein Drittel davon am Tag. Eine Kamera verhindert keinen Einbruch, sie zeigt, was passiert, und sichert Bilder. Sinnvoll ist sie als Ergänzung zu guten Türen und Fenstern.

Quellen